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BARF – um was geht es?

BARF ist ein eine Fütterungsmethode vorwiegend für Katzen und Hunde, bei welchem mehrheitlich Rohfleisch, Knochen, geflockte oder anderweitig aufbereitete Kohlenhydrate und rohes Gemüse, Obst usw. … verfüttert wird. BARF hat seinen Ursprung in den USA während der 80er-Jahre und hat im Verlauf der 90er-Jahre seinen Weg über Deutschland nach Europa gefunden.

BARF als Fütterungstechnik

 

BARF kann selber zubereitet werden oder als Fertigmischung tiefgefroren gekauft werden.

In BARF-Rationen findet man vor allem Rohzutaten und Knochen. Den Grossteil macht die tierische Eiweissquelle aus (Fleisch, Fisch, Innereien…), diese werden mit Knochen ergänzt welche das Calcium und Phosphor liefern. Als wichtige Energiequelle können Kartoffel-, Hafer-, oder Dinkelflocken eingesetzt werden. Ein Hund beispielsweise kann aus Proteinen, Kohlenhydraten und auch aus Fetten Energie gewinnen. Für die essentiellen Fettsäuren kann mit Lachs-, Sonnenblumen-, Distel-, Leinöl oder anderen Ölsorten abgewechselt werden. In den allermeisten BARF-Rationen sind aufgrund der Auswahl der Einzelfutterkomponenten in der Ration gezielte Vitamin- und Mineralstoffergänzungen sinnvoll.

Mögliche Supplemente

 

Es gibt BARF-Fertigmischungen, wo die BARF-Ration tiefgefroren gekauft werden kann und diese nach dem Auftauen direkt aus der Verpackung verfüttert wird. So spart man sich zwar die Zeit für das Auslesen und Zubereiten der Zutaten, muss aber dem Hersteller des BARF-Mixes grosses Vertrauen entgegenbringen. Wahlweise wird die Ration dann gern entweder mit frischem Obst und Gemüse oder auch mit einer Flockenmischung ergänzt.

Eine BARF-Ration ist in den meisten Fällen etwas sehr individuelles. Beispielsweise bekommt ein Hund eine auf Fisch basierte Ration, weil er Geflügel nicht verträgt, während ein anderer Hund damit überhaupt keine Probleme hat.

Abbildung 1: Typisches BARF-Gemüse

Abbildung 1: Typisches BARF-Gemüse

Egal ob selber zusammengestellt oder fertig gekauft: bei BARF-Rationen wird immer empfohlen, diese durch eine sachverständige Person berechnen zu lassen. Dadurch lässt sich ausschliessen, dass es noch Mängel bei wichtigen Nährstoffen gibt. Besonders bei Mengen- und Spurenelementen sowie auch bei Vitaminen kann trotz aller Sorgfalt beim Zusammenstellen der Ration eine Unter- oder Überversorgung vorkommen. Beides kann gesundheitliche Folgen haben.

BARF als Philosophie

Je nach dem, wen man fragt, was die Abkürzung heisst, erhält man verschiedene Varianten:

  • Born Again Raw Feeders à Wiedergeborene Rohfütterer (wurde durch untenstehende Varianten weitestgehend abgelöst)
  • Bone And Raw Food à Knochen- und Rohfutter
  • Biologically Appropriate Raw Food à Biologisch artgerechte Rohfütterung
  • Und andere…

Es wird deutlich, dass unter BARF Verschiedenes verstanden werden kann. Gemeinsam haben alle oben genannten Varianten den Leitgedanken, dass man die Zutaten für die Futterration selber zusammen stellt und dass man dabei die Idee verfolgt, sein Heimtier möglichst naturnah zu ernähren. Manchmal wird mittels der verwendeten Einzelfuttermittelanteilen versucht, das Beutetier nachzubauen. Bei Hundehaltern wird auch gelegentlich die Anlehnung zum Wolf und dessen Ernährung gesucht. Oft zählen zu den angegebenen Gründen für die Wahl der BARF-Methode auch, dass die Deklarationsvorschriften für Fertigfuttermittel eine mangelhafte Transparenz bieten. So ist für den Verbraucher schwierig zu erkennen, was genau verwendet wurde, um das Futtermittel herzustellen. Industriell produziertem Futter wird oft nachgesagt, es sei ungesund und enthielte billige Füllstoffe und Zusätze. Solche Aussagen sind immer mit Vorsicht zu geniessen, denn allzu gern wird einfach schlecht recherchiertes Halbwissen pauschal auf alle Fertigfutter bezogen. Im Weiteren wird oft genannt, man wähle BARF um das Körpergewicht des Tieres im Griff zu haben oder um die Ration an gesundheitliche Probleme des Tieres anzupassen. Nicht immer sind die Gründe für die Wahl der BARF-Methode wissenschaftlich oder rational erklärt, die emotionale Komponente spielt hier nach Einschätzung des Verfassers die weitaus grössere Rolle.

 

Ist eine an den Wolf angelehnte Ration auch wirklich natürliche Nahrung für den Haushund?

Häufig sehen Hundehalter den Wolf als artgenössisches Bespiel und gestalten deswegen die Ernährung ihres Tieres analog dem Speiseplan des Wolfes. Das passiert mit den besten Absichten, dem Hund eine natürliche und artgerechte Nahrung bieten zu wollen. Die Attribute „wild“, „natürlich“ und „wie in der freien Wildbahn“,“ in der Natur draussen“ glorifizieren die freie, wilde Lebensart des Wolfes und lassen den Hundehalter denken, sein Hund als Nachfahre des Wolfes müsse ebenso ernährt werden. Dieses Denken wird gern noch verstärkt von Fleisch- oder BARF-Mix-Verkäufern (sowohl lokale Metzger und regional aktive BARF-Shops, wie auch landesweit tätige Unternehmungen). Sogar manche Fertigfutterproduzenten gestalten die Aufmachung des Futtersackes (Bilder auf dem Sack, Farbgebung, Wortmarke, usw. …) so, dass der Tierhalter denken könnte, das Futter sei für Wölfe. Das ist nachvollziehbar, denn das Wolfsklischee ist an Emotionen gekoppelt und man kann Hundehalter so sehr einfach zum Kaufentscheid bewegen.

Abbildung 2: Wolf

Abbildung 2: Wolf

 

Eine simple Tatsache wird dabei aber gern ausser Acht gelassen: Der Hund ist kein Wolf mehr.

 

Abbildung 3: Haushunde

Abbildung 3: Haushunde

Es liegen schätzungsweise 15‘000 Jahre Entwicklung und Evolution zwischen Wolf und Haushund. Das ist genügend Zeit, in denen der Haushund gelernt hat, sich an die bequemen Umstände an der Seite des Menschen anzupassen.

Mittlerweile ist es bewiesen, dass es 36 Bereiche im genetischen Erbgut gibt, die Hunde von Wölfen unterscheidet. Zehn davon spielen eine wichtige Rolle für die Stärkeverdauung (Kohlenhydratverwertung) und den Fettstoffwechsel. Es liegt nahe, dass der Haushund während der frühen Domestizierung den entscheidenden Schritt zur Anpassung an die neuen Lebensumstände gemacht hat und die Fähigkeit entwickelt hat, Stärke und Fette besser zu verstoffwechseln. Freeman et al. halten fest, dass Nahrung, die der Wolf in der freien Wildbahn aufnimmt, vorteilhaft ist für das Sichern des Überlebens und für eine schnelle Fortpflanzung. Allerdings ist die Lebenserwartung eines Wolfes vergleichsweise kurz. Für Haushunde, deren Lebenserwartung länger ist und die in einem von Menschen geprägten Umfeld leben, welche von einem langen und gesunden Hundeleben ausgehen, ist die rein wölfische Diät nicht ideal.

(Quelle: Freeman, Lisa M., et al. "Current knowledge about the risks and benefits of raw meat–based diets for dogs and cats." Journal of the American Veterinary Medical Association 243.11 (2013): 1549-1558.)

Schlussfolgerung: Ein Haushund kann mit einer ausgewogenen BARF-Ration langfristig ausreichend versorgt werden. Eine ausgewogene BARF-Ration entspricht nicht der Nahrung, die ein Wolf in der freien Wildbahn bekommt. Der Wolf muss von dem leben, was gerade verfügbar ist.

 

 

Welche Vorteile bietet BARF meiner Katze oder meinem Hund?

 

Transparenz und Frische

Der Futtermittelmarkt ist unübersichtlich und die Deklarationsvorschriften lassen den Herstellern Spielraum, was die Angaben der Zutaten auf der Verpackung betrifft. Für den Verbraucher ist es sehr schwierig, zu erkennen, ob er ein gutes, bedarfsgerechtes Futtermittel kauft. Bei einer BARF-Ration, die selber zusammengestellt wird, ist im Idealfall genau bekannt, was drin ist. Bei vorgefertigten BARF-Mischungen ist es bereits wieder schwieriger, aber in vielen Fällen auch möglich, diese rechnerisch nachzubauen und so die Transparenz über die Nährstoffgehalte zu gewährleisten. Im Weiteren ist frisches Futter für viele BARFer ein sehr angenehmer Nebeneffekt. Viele frische Zutaten werden nachvollziehbarerweise als gesund wahrgenommen und bestärken den Tierhalter im Gefühl, seinem Tier etwas Gutes zu tun.

Abbildung 4: BARF-Ration vs. Fertigfutter

Abbildung 4: BARF-Ration vs. Fertigfutter

 

Zahnstein kann vermindert werden

Je nach Knochenanteil in der Ration ist es durchaus möglich, dass durch die Kauaktivität beim Verzehr der Knochen die Zahnsteinbildung erschwert wird. Das ist allerdings nicht erwiesen, Zahnstein kann aufgrund genetischer Veranlagungen unter Umständen dennoch entstehen. Kleinere Hunde und Katzen sind eher davon betroffen.

 

Passgenaue Bedarfsdeckung

Bei Fertigfuttermitteln muss das Tier eine vorgegebene Nährstoffzusammenstellung akzeptieren. Dass es da zu Überversorgungen oder Mängeln kommen kann, ist nicht ausgeschlossen. Durch die Ermittlung des individuellen Nährstoffbedarfs des Tieres und der exakten Berechnung der BARF-Ration aufgrund von wissenschaftlichen Erkenntnissen kann die Ration den Nährstoffbedarf so passgenau abdecken, wie mit keiner anderen Fütterungsmethode. Wenn dein Tier beispielsweise krank ist (Allergie, Leber, Herz, Niere, Bauchspeicheldrüse, Gallenblase usw. …), verändert sich der Nährstoffbedarf. Die Einzelfuttermittel (so heissen die einzelnen Komponenten in der Ration) können bewusst ausgewählt und so zusammengestellt werden, dass kein Mangel entsteht und dass kein Nährstoff zu viel verabreicht wird. Das Risiko von Spätfolgen bedingt durch Fehlernährung sinkt, wenn die Ration abgestimmt und ausgewogen ist.

 

Vergleichsweise bessere Verdaulichkeit

Je nach Ration kann die Verdaulichkeit insgesamt steigen. Das heisst, es bereitet dem Tier weniger Verdauungsarbeit, alle Nährstoffe aus der Ration herauszulösen und aufzunehmen, während diese im Verdauungstrakt unterwegs ist. Das heisst, das Tier profitiert von besser verwertbaren Nährstoffen bei zugleich weniger Aufwand, diese zu verdauen. Das trifft vor allem dann zu, wenn Muskelfleisch den Hauptbestandteil ausmacht. Aminosäuremuster in den Eiweissen aus Muskelfleisch sind für das Tier viel besser verarbeitbar, als solche aus bindegewebehaltigen Eiweisslieferanten wie zum Beispiel Lungen, Mägen, Haut, Ziemer, usw. …Es kann je nach Ration auch sein, dass weniger noch nährstoffhaltige Rationskomponenten wieder ausgeschieden werden. Tendenziell können Kothaufen kleiner werden.

 

Grössere Akzeptanz

Frisch zubereitete BARF-Rationen werden von Tieren normalerweise besser akzeptiert als Fertigfutter aus der Dose oder dem Futtersack. Der Grund dafür ist in der Zusammensetzung zu suchen; Fleisch ist grundsätzlich schmackhaft und die Fettanteile am Fleisch und in der Ration sind gute Geschmacksträger. Es gibt bei ganz hartnäckigen Futterverweigerern diverse Tricks, um sie doch noch für die angebotene Ration zu begeistern. Häufig hilft schon das Anwärmen des Futters, da sich dann Duft- und Geschmacksstoffe besser entfalten.

Abbildung 5: Hunde beim Verzehr einer BARF-Ration

Abbildung 5: Hunde beim Verzehr einer BARF-Ration

 

Psychologie des Tierhalters

Viele frische Zutaten werden als gesund wahrgenommen und bestärken den Tierhalter im Gefühl, seinem Tier etwas Gutes zu tun. Schliesslich ist die Fütterung eine Gelegenheit für viele Tierhalter, die Bindung zum Tier zu stärken. In Fällen, in denen das Tier beispielsweise krank ist, kann der Tierhalter oft die Krankheit und das medizinische Vorgehen weder verstehen noch beeinflussen. Auf die Fütterung hingegen hat er Einfluss und er kann mit einer angepassten Ration seinen Teil zur Genesung des Tieres beitragen. Das soll auf keinen Fall heissen, dass der Tierarzt erspart werden kann. Aber wenn Tierarzt und Tierhalter sich absprechen und zusammenarbeiten, kann auch der Halter etwas tun, sodass er nicht das Gefühl haben muss, nichts unternommen zu haben. Auch bei gesunden Tieren spielt die Psychologie eine wichtige Rolle. Der Tierhalter möchte das Beste für sein Tier und nimmt es gern auch auf sich, die Ration selber zu machen anstatt einfach Fertigfutter zu füttern. Liebe geht durch den Magen.

 

Mit welchen Risiken und Nachteilen muss ich bei der Fütterung einer BARF-Ration rechnen?

 

Fehler in der Zusammensetzung der BARF-Ration

In einem Interview in der Sonderausgabe S1|19 von „Welt der Tiere“ erklärt die führende Ernährungsexpertin und Fachärztin für Tierernährung und Diätetik Dr. med. vet. Nathalie Dillitzer, dass in rund 70 % der roh oder gekocht verfütterten Rationen die Zusammensetzung nicht alle für das Tier notwendigen Nährstoffe aufweist. Das heisst, 7 von 10 Rationen sind nicht bedarfsgerecht. Fehler, welche langfristig ernst zu nehmende Konsequenzen für das Tier nach sich ziehen können, sind schnell passiert. Deswegen ist es auch so wichtig, dass eine selber zubereitete Ration von sachverständigen Personen überprüft wird.

 

Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier durch antibiotikaresistente Bakterien im Fleisch

Abbildung 6: Haushaltsschwamm - empfohlen wird, separate Schwämme für die BARF-Utensilien zu nutzen

Abbildung 6: Haushaltsschwamm - empfohlen wird, separate Schwämme für die BARF-Utensilien zu nutzen

Gemäss einer Studie der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich zu BARF-Fertigmischungen wurden in jeder zweiten Rohfutter-Probe von verschiedenen Anbietern antibiotikaresistente Bakterien gefunden. Durch die massive und teilweise falsche Anwendung von Antibiotika haben sich resistente Bakterien entwickelt. Diese Keime können sogenannte Extended Spectrum Beta-Lactamasen (ESBL) produzieren. ESBL ist ein Enzym, das gewisse Antibiotika wirkungslos macht. ESBL-bildende Bakterien wurden in 61 % der Proben gefunden. „Darunter waren auch einige Escherichia coli-Typen, die bei Menschen und Tieren Infektionen auslösen können.“ – so Dr. Magdalena Nüesch-Inderbinden, Erstautorin der Studie in der Medienmitteilung zur Studie. BARF kann also, wenn der Hygiene nicht äusserst sorgfältig Rechnung getragen wird, schnell ein Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier werden. Erreger können symptomlos ausgeschieden werden, was die Gefahr einer unbemerkten Übertragung verstärkt. Durch das Verarbeiten des rohen Fleisches kommt der Tierhalter bereits in Berührung mit den multiresistenten Bakterien, aber das Risiko einer Übertragung besteht auch durch den engen Kontakt des Menschen mit seinem Haustier . Besonders für ältere, kranke, tragende und immunsupprimierte Tiere sowie für Welpen mit noch nicht ausreichend entwickeltem Immunsystem ist BARF deshalb nicht die geeignete Fütterungsmethode.

 

Zeitaufwand und Vorausplanung

Die Zubereitung einer BARF-Ration erfordert wesentlich mehr Zeit als das Verfüttern von fertig hergestelltem Futter. Das muss sich der BARFer bewusst sein. Es geht nicht nur um die Zubereitungszeit, denn wie vorhin beschrieben entsteht auch ein erhöhter Anspruch an die Hygiene und Reinlichkeit, um Gesundheitsrisiken klein zu halten. Das heisst, die Zeit für die Reinigung der Küche muss ebenso eingeplant werden, wie das vorgängige Auslesen und Beschaffen der Zutaten.

Abbildung 7: Einkaufsliste

 Abbildung 7: Einkaufsliste

Kosten

Gutes Fleisch ist teuer. Wer eine BARF-Ration verfüttern möchte, sollte sich auch damit befassen und das entsprechende Budget einrechnen. Wenn die Idee ist, dem Tier eine natürliche, qualitativ hochstehende und artgerechte Ration bieten zu können, sollte das nicht auf dem Rücken der Nutztiere ausgetragen werden. Wenn Fleisch billig sein muss, ist für die Schlachttiere, welche das Fleisch liefern müssen, kein auch nur annähernd natürliches, qualitativ hochstehendes und artgerechtes Leben möglich. Wenn man sich aus Tierliebe für BARF entscheidet, ist es also nur konsequent, wenn diese Tierliebe artenübergreifend ist und das Fleisch dafür sorgfältig ausgewählt wird, idealerweise von Nutztieren, die wenigstens ansatzweise ein artgerechtes Leben hatten.

 

Enorme Flut an Meinungen, Halbwissen und Halbwahrheiten

Egal ob Züchter, Internet, Metzger, Zoobedarfshändler, Fleischmixproduzenten oder Hundeclubkollegen; alle wissen es am besten. Das macht es schwierig, sich einen unvoreingenommenen Einblick in das Thema zu verschaffen und seine Entscheidung aufgrund von objektiv betrachteten Fakten zu treffen. Dass das Thema sehr oft emotional angegangen wird, macht es zusätzlich schwierig, faktenbasiert zu bleiben. Man hört Aussagen wie:

  • „Ich BARFe schon seit 30 Jahren und noch keiner meiner Hunde ist daran gestorben…“
  • „…wenn du Leber in die Ration einbaust, bekommt das Tier alle Vitamine, die es braucht…“
  • „Fertigfuttermittel sind alle chemisch behandelt und Konservierungsstoffe sind schlecht für das Tier…“
  • „Der Hund ist Nachfahre des Wolfes und somit zwingend reiner Fleischfresser.“

 

…oder allerhand Kombinationen, Erweiterungen oder Abwandlungen von derartigen Äusserungen.

Hier ein gut gemeinter Ratschlag des Verfassers: Bitte bleibt bei solchen oder ähnlichen Phrasen skeptisch. Holt euch bitte die Meinung von ausgewiesenen Ernährungsfachpersonen ein. Es ist ein falscher Umkehrschluss, dass keine Nährstoffimbalancen in einer Ration vorkommen können, nur weil seit 30 Jahren keiner der damit gefütterten Hunde nachweislich daran gestorben ist.

Kann es denn sein, dass die Lebensqualität des Tieres nicht anderweitig beeinträchtigt wurde, beispielsweise durch einen Überschuss an Energie, was zu Fettleibigkeit führt? Oder dass der jüngste Knochenbruch nicht doch auf eine Unterversorgung mit Calcium zurückzuführen ist?

Bei einer Fehlernährung können Auswirkungen auftreten, die dem Tier kurz- und mittelfristig nicht angesehen werden können. Bitte geniesst auch Tipps, welche mit den besten Absichten gegeben wurden, mit Vorsicht.

 

Verletzungsrisiko bei Verfütterung von Knochen

Knochen sollten immer roh verfüttert werden und von jungen Schlachttieren stammen. Ansonsten besteht das Risiko, dass es Verletzungen im Maul- und Rachenbereich aufgrund von Knochensplittern geben kann. Auch bei Ringförmigen Knochen muss aufgepasst werden, manchmal stülpen sich diese über Ober- oder Unterkiefer des Tieres. Grundsätzlich wird empfohlen, Knochen nur unter Aufsicht zu verfüttern, sofern diese nicht gewolft oder als Knochenmehl der Ration beigefügt werden.

Abbildung 8: Hund mit Knochen 

Abbildung 8: Hund mit Knochen

Anforderungen an den HaushaltAbbildung 9: Fleischwolf

Abildung 9: Fleischwolf

Da BARF auch praktisch sein muss und um möglicherweise während der Woche etwas Zubereitungszeit zu sparen, bereiten manche BARFer einmal wöchentlich genügend Portionen für die kommende Woche zu, packen diese ab und frieren sie ein. Das benötigt einen Tiefkühler und je nach Ration einen Fleischwolf, eine Küchenreibe, Hackbeil, Fleischermesser usw … Allenfalls muss also der Hundehaushalt aufgerüstet werden.

 

Abwägen: Soll ich BARFen?

Es kommt auf die Beweggründe an, wieso man BARF verfüttern möchte, ob die BARF-Methode für sein Tier sinnvoll ist oder nicht. Das kann nicht pauschal mit ja oder nein beantwortet werden. Hier nochmal die Kriterien im Überblick, die mindestens beachtet werden sollten. Dabei handelt es sich nicht um eine abschliessende Liste, sondern vielmehr um eine Hilfestellung für eine bessere Übersicht zum Thema.

 

Vor- und Nachteile von BARF auf einen Blick

Vorteile von BARF

Risiken oder Nachteile von BARF

  • Transparenz und Frische
  • Passgenaue Bedarfsdeckung
  • bessere Verdaulichkeit
  • Grössere Akzeptanz beim Tier
  • Psychologischer Aspekt beim Tierhalter
  • Eher kleinere Kotmengen
  • Zahnstein kann vermindert werden
  • …und weitere.
  • Zeitaufwand und Vorausplanung
  • Häufige Fehler in der Zusammensetzung der BARF-Ration
  • Höhere Futtermittelkosten
  • Verletzungsrisiko bei Verfütterung von Knochen
  • Höhere Anforderungen an den Haushalt
  • Enorme Flut an Meinungen, Halbwissen und Halbwahrheiten
  • Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier durch antibiotikaresistente Bakterien im Fleisch
  • …und weitere.

 

Bei Fragen rund um das Thema BARF oder Katzen- und Hundeernährung steht dir das Stupsnase-Team sehr gern zur Verfügung.


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